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Wüstenprojekt der Klasse E5

Im Frühjahr 2010 fand ein erstaunlicher Wandel in der Schule am Martinsberg statt. In der Klasse E5 verwandelten sich die Schüler plötzlich in "Wüstenrporter" und schrieben Texte und Reportagen zu den Themen "Wüste" und "Beduinenleben".

Was war passiert? Anscheinend hatte der sogenannte "Wüstenvirus" um sich gegriffen und die Schüler infiziert. Kann dies damit zusammenhängen, dass ihre Lehrerin Frau Reif ihnen von einer Wüstenreise berichtet hatte und viele Sachen als Anschauungsobjekte mitgebracht hatte? Oder wurden durch das Projektthema 'Wüste' einfach nur die 'Beduinen' in den Kindern geweckt?

Egal, wie wir uns die Begeisterung erklären, mit der die Kinder der E 5 als 'Wüstenreporter' losgezogen sind - die Ergebnisse dieser Forschungsgruppe müssen unbedingt veröffentlicht werden!
Es macht sehr viel Spaß, die tollen Beiträge der Wüstenexperten zu lesen! Darüber hinaus lernt man aus der Perspektive der 'Wüstenreprter' auch eine Menge dazu - sicherlich auch jene, die bereits schon sehr häufig in der Wüste waren ….

Liebe Wüstenreporter Adil (Mike), Rahim (Bastian), Driss (Chris), Nur (Marcel Ba.), Mohammed (Marcel Br.), Rasim (Kevin H.), Zenedine (Kevin B.) und Zeki (Steven) -
vielen, vielen Dank für eure interessanten Wüsten-Reportagen!

Eure Mabrouka

Essen in der Wüste

Das Essen schmeckt so gut, Mabrouka. Danke! Ich habe gehört, den Beduinen reichen 5 Datteln am Tag. Ich benötige mindestens 15! Natürlich isst ein Beduine oder ein Araber mehr als nur 5-7 Datteln am Tag, auch wenn er damit auskommen würde.
Ich bin ein Fan von der Wüste. Die Wüste ist schön. Mir gefällt und schmeckt das Essen. Mein Lieblingswüstenessen sind Gazellenhörnchen und Brot mit Harissa.
Ein Beduine, der Hunger hat, geht durch die Wüstenstadt und kauft sich Harissa.
In der Wüste lässt er sich im Sand nieder und backt sich n´bisschen Brot und tut dann das Harissa und Olivenöl drauf. Er sammelt Rosenblüten und macht sich daraus einen Tee. Und die Beduinen verwenden statt Zucker Honig.

Rahim (Bastian), 12 Jahre

Kamel-Rätsel gelöst!

Hättest du´s gewusst? Es gibt zwei verschiedene Arten von Kamelen:
Das Kamel mit einem Höcker heißt Dromedar.
Das mit zwei Höckern heißt Trampeltier.
In den Wüsten des Orients gibt´s nur Dromedare.
Sie schaffen es, in der heißen Wüste bis zu drei Wochen ohne Wasser auszukommen. Wenn sie an eine Wasserstelle kommen, können sie bis zu 100 Liter Wasser in nur wenigen Minuten auf einmal trinken.
Sie können in der Wüste gut überleben, da sie über einen längeren Zeitraum ohne Wasser und Nahrung auskommen, weil sie in ihrem Höcker Fett gespeichert haben. Gibt es längere Zeit kein Futter, verbrauchen sie die Fettreserven.
Wenn ein Sandsturm kommt, schließen sie ihre Nasenlöcher und ihre Ohren. So verhindern sie, dass der Sand in die Nase und die Ohren gelangt. Wäre dies der Fall, würden sie ersticken.
Sie schaukeln beim Laufen leicht im Sand, deshalb nennt man sie Wüstenschiffe. Ihre Füße sind so breit und dick gebaut, dass sie nicht in den Sand einsinken.

Nur (Marcel Ba.), 12 Jahre

Das Kamel

Kamele sind Paarhufer und besitzen zwei Zehen. Sie haben große, breite Füße. Die werden daher auch als Tellerfüße bezeichnet. Die Tellerfüße sind wie eine Art Luftpolster und verhindern, dass die Kamele tief in den Sand einsinken.
Am Abend werden die Vorderfüße der Kamele gekoppelt, das heißt sie werden zusammengebunden. So wird verhindert, dass die Tiere nachts weit weglaufen können. Durch die gekoppelten Füße bleiben die Tiere nachts bei ihren Menschen. Wenn sie weglaufen möchten, könnten sie nur humpeln.
Kamele fressen in der Wüste trockenes Gras, sowie trockene Büsche oder dornige Sträucher. Durch die Nahrung werden Kamele gestärkt und können viel mehr Last tragen, als ihr eigenes Körpergewicht. Kamele können aber auch ohne Nahrung längere Zeit in der Wüste überleben. In ihren Höckern speichern sie Fett, das ihnen für viele, viele Tage, manchmal bis zu zwei Wochen reichen kann. Sind die Höcker aufgebraucht, hängen sie schlapp herunter.
Kamele können auch längere Zeit ohne Wasser auskommen. Wenn sie dann an eine Wasserstelle kommen, trinken sie sehr viel auf einmal.
Wenn ein Sandsturm kommt, schließen sie ihre Nase und die Ohren. So können sie nicht ersticken.
Manche Kamele sind sehr stur. Wenn sie was nicht machen, was die Beduinen wollen, bekommen sie einen Ring durch die Nase. Dieser hilft ein Kamel zu zähmen, denn dann geben die Beduinen ein Seil durch den Ring und ziehen daran, dann macht das Kamel, was der Beduine will.

Adil (Mike), 11 Jahre

Kochen nach Wüstenart

Da haben sich die 3. & 4. Klassen gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Katja Rauch (Handarbeit & Hauswirtschaft) und Brigitte Schmitz (Klassenlehrerin) etwas Tolles einfallen lassen:

Ein Projekt zum Thema ‘Tajine’!

Was das ist, wird sich vielleicht so mancher fragen, der meine Wüstenseite besucht. Dann kann ich nur raten, dass ihr euch die vielen Informationen und Bilder zum Thema mal anschaut. Die Ergebnisse der Wüstenreporter zum Thema Tajine sind wirklich phänomenal und können im Folgenden bestaunt werden. Und vielleicht ist ja auch ein Leser oder eine Leserin dabei, die sich vom Herstellen einer Tajine inspirieren lässt und das eine oder andere Rezept ausprobiert. Bei den Bildern und Rezepten läuft einem ja schon das Wasser im Munde zusammen .... :-

Wissenswertes über die Tajine
Die Tajine ist ein Naturkochtopf, der nach überlieferter Töpferkunst der Nomaden in Marokko aber auch in allen anderen Teilen Afrikas hergestellt und verwendet wird. Durch die besondere Form und den flachen Boden vereint die Tajine allerdings alle bevorzugten Eigenschaften und Anforderungen der modernen Küche: das Kochgerät ist geeignet für Ceranfelder, Gasherde, Backofen und die Verwendung über offenem Feuer.
So ist die Tajine perfekt dafür geeignet, vielerlei Gerichte auf natürliche Weise und ohne Geschmacksveränderung zuzubereiten. Der Lehm als guter Wärmespeicher sorgt für gleichmäßige Hitzeverteilung und ermöglicht es, Zutaten im eigenen Saft schonend zu garen. Dadurch bleiben die Nährstoffe und der Eigengeschmack erhalten. Gemüse und andere Zutaten bleiben auch nach langer Garzeit in der Tajine bissfest und zerkochen nicht.
Vor jedem Gebrauch soll die Tajine 30 Minuten gewässert und dann mit Öl ausgerieben werden.
Sobald die Tajine geschlossen ist, wird die Dampfsperre am Deckel mit kaltem Wasser gefüllt. Eine gleichmäßige und optimale Wärmeverteilung findet statt, wenn nach ca. 10 Minuten die Feuchtigkeit in der Tajine stark dampft. Mit voller Hitze lässt sich der Boden der Tajine wie eine Pfanne verwenden.
In Marokko dient die Tajine auch zugleich als Essgeschirr. Jeder Esser bedient sich mit einem Stückchen Fladenbrot direkt aus dem Topf. 

Tajine mit Frühlingsgemüse
Zutaten für ca. 4 Personen:
500 g Kartoffeln, 250 g Kohlrabi, 250 g Möhren, 250 g Spargel (weiß oder grün) oder Spinat, 1 Bund Frühlingszwiebeln, 1 Knoblauchzehe, ½ Bund Petersilie oder ½ Bund Bärlauch, Ingwer, Safran, Salz & Pfeffer, etwa 1 Tasse Gemüsebrühe
Zubereitung: Kartoffeln, Möhren und Kohlrabi putzen und in dicke Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln säubern und in 5 cm lange Streifen schneiden. Spargel schälen und ganz lassen. Tajine langsam erhitzen, Kartoffeln rein schichten, darüber Möhrenscheiben und Kohlrabi legen. Mit Frühlingszwiebeln und gehacktem Knoblauch bestreuen. Spargel sternenförmig anordnen. Petersilie hacken und die Hälfte über das Gemüse geben. Mit Salz, Pfeffer, Ingwer und Safran würzen. Gemüsebrühe dazu geben. Topf schließen und garen lassen. Vor dem Servieren mit der restlichen Petersilie bestreuen.

 

 

Beduinenkleidung

Die Kleidung in der Wüste ist eigentlich wie in Deutschland, locker und bequem.
In der Wüste tragen die Beduinen lockere Kleidung, einen Schesch und Pantoffeln. Die Beduinen tragen ein lockeres, luftdurchlässiges T-Shirt oder ein Hemd und eine bequeme Hose, weil sie lange Strecken zu Fuß oder auf den Kamelen zurücklegen müssen. Und dafür muss die Kleidung sehr bequem sein und sollte nicht einschnüren oder die Luft abschnüren

Auf ihrem Kopf tragen sie den Schesch. Dieser besteht aus einem langen Schal oder einem Tuch, das wie ein Turban um den Kopf gebunden wird. Der Schesch schützt die Beduinen vor Sonnenbrand am Hals oder auf dem Kopf. Die Beduinen könnten ohne Kopfbedeckung in der Wüste bei der hohen Sonneneinstrahlung auch einen Hitzeschlag erleiden. Deshalb ist der Schesch in der Wüste unverzichtbar.

Den Schesch zu binden ist eine schwierige Sache, weil man dies erst einmal üben muss. Wenn man das noch nie gemacht hat, tut man sich sehr schwer. Ich finde, der Schesch steht mir eigentlich ganz gut. 

Rasim (Kevin H.), 12 Jahre

Troglodytische Höhlen

Die Bewohner der Randgebiete der Sahara leben zum Teil in selbst gegrabenen Wohnhöhlen, den troglodytischen Höhlen. Sie verzichten weitgehend auf Elektrizität und anderen modernen Luxus.
Wie in modernen Häusern gibt es auch in den Lehmhöhlen in der Sahara einen Haupteingang. Der Eingang kann aus Treppen oder Kletterstufen bestehen. Die Höhlen sind oft bis zu 4-5 Meter tief in die Erde gegraben. Die Türen bestehen oft aus Holzbrettern. Die Türhalterungen werden aus leeren Konservendosen angefertigt und in die Wand eingegraben. Fenster gibt es nicht.
Es gibt Kinderzimmer, einen Wohnraum, eine Küche mit Vorratskammer und Schlafzimmer.
In den Schlafräumen liegt man auf Matten als Unterlage und man hat Kissen und Decken.
Immer wenn man ein neues Zimmer braucht, gräbt man weiter in die Erde hinein.
Oft gibt es einen nach oben offenen Raum in der Mitte der Wohnanlage, wo sich die Familie trifft. Manchmal werden hier auch Haustiere, wie zum Beispiel ein Kaninchen oder Hunde gehalten.

Zenedine (Kevin B.), 11 Jahre

Beduinenleben

Ich finde es echt toll, von was sich die Wüstenbewohner ernähren.
Mich interessiert besonders, wie die die Gazellenhörnchen machen.
Aus was besteht eigentlich Harissa? Das schmeckt mir sehr gut.
Die Beduinen in der Sahara sind Nomaden, sie ziehen herum und haben keinen festen Wohnsitz.
Sie machen Ausflüge mit Touristen durch die Wüste. So verdienen sie Geld. Früher haben sie Salz oder andere Sachen auf den Dromedaren durch die Wüste transportiert.
Ich finde die Kamele voll cool, wie die beim Sandsturm ihre Nasen verschließen können oder wie die aus den Flaschen trinken. Meine Lehrerin hat mir Schmuck von den Tuareg und den Berbernomaden gezeigt. Ich finde es praktisch, wie die Beduinen alte Münzen schmelzen und mit einfachen Werkzeugen zu tollen Schmuckstücken hämmern und auf dem Basar verkaufen.In den Oasen gibt es Bauern, die Dattelpalmen, Aprikosen-, Pfirsich-,Mandel-, Orangen- und Olivenbäume, Gerste, Weizen, Hirse, Bohnen, Zwiebeln, Gurken und Melonen anpflanzen. Die Nomaden in der Wüste leben vom Vieh. Sie haben Ziegen, Schafe, Pferde und Kamele. Von den Tieren bekommen sie Fleisch, Milch, Fett und Wolle. Der Mist ist ihr Brennmaterial. Getreide, Obst und Gemüse müssen sie in den Oasen tauschen oder kaufen. Manche Beduinen verdienen sich auch bei Erdölkonzernen Geld, die in der Sahara Öl fördern.

Mohammed (Marcel Br.), 11 Jahre

Die Wüste - unendliche Welten voller Sand

Meine Lehrerin hat mir schon erzählt, dass ein Beduine mit 5 Datteln am Tag auskommt. Also, ich benötige 12-15 Datteln, damit bei mir so langsam ein Sättigungsgefühl eintritt. Und der Schesch soll dabei helfen, sich vor Sandstürmen zu schützen, denn die sehr kleinen Löcher im Stoff sind so mini, dass man noch durchschauen kann, sie sind aber so klein, dass der Sand nicht mehr von außen durchkommt.
Und wenn du wüsstest, wie das Essen in der Wüste gebacken wird, würdest du schwören, dass du das nie essen wirst. Aber ich verspreche dir, man kann es essen, denn es schmeckt nicht schlecht! Gazellenhörnchen sind leckere 'Wüsten-Süßigkeiten', die mit irgendwelchem Dattel-Pistazienzeugs gefüllt und mit Honig überbacken sind (Man verwendet in der Wüste keinen Zucker, sondern man verwendet zum Süßen Honig.).Der Tee ist ein Gemisch aus Pfefferminztee und Rosenblüten.
Brot wird so gemacht: Man erhitzt den Sand mit Feuer, bis er schön und deftig glüht. Der fertige Teig aus Mehl und Wasser wird dann platt geklopft und im Sand gebacken – und nein, das Brot wird dann nicht zum 'Sand-Brot' oder so was. Es wird gut abgeklopft, bevor man es isst. Ich hab es beim Wüstenpicknick in der Schule auch schon mal gegessen – und: Es schmeckt wirklich gut!
Und damit das Brot ´n bisschen schärfer wird, verwendet man am besten Harissa, eine Paprikapaste. Es ist fast so scharf wie Tabasco, bloß brennt es etwas länger im Mund. Oliven und das dazugehörige Öl machen dann den Geschmack aus.
Schließe jetzt oder wenn du ins Bett gehst, mal deine Augen und denke dir, du wärst in der Wüste und triffst Beduinen, die dich auf ihren Kamelen zu ihrem Lager bringen und mit dir zu Abend essen. Wenn du in deinen warmen Schlafsack kriechst, kannst du gut schlafen. Doch in der Früh, wenn du aufwachst, kriecht ein fetter, giftiger, gemeiner Skorpion unter deinem Schlafsack hervor. Du weißt hoffentlich, dass ein Skorpion der Wüste eigentlich Angst vor Menschen hat und nur dann aggressiv wird, sobald man nach ihm tritt bzw. schlägt.
Also: Benimm dich, wie wenn du einem Hund begegnest. 
Das hier wissen wenige: DER WÜSTENSAND IST KALT! Der Wind, der in der Wüste ständig weht, kühlt den Sand ab.
Versuch mal, dir im Traum eine Geschichte auszudenken. Du kannst so viel Fantasie wie möglich aufbringen.

Driss (Chris), 11 Jahre